Freitag, 24. September 2010

Die Toten Muss man sie fürchten?

Die Toten
Muss man sie fürchten?

VIELE würden auf diese Frage schlicht und einfach antworten: „Nein! Wieso denn?“ Sie glauben, dass die Toten auch wirklich tot sind. Andererseits gibt es Millionen, die behaupten, Tote würden als Geister weiterleben.
In Benin (Westafrika) ist die Vorstellung verbreitet, die Toten könnten zu den Lebenden zurückkehren und Mitglieder ihrer eigenen Familie umbringen. Manche Leute verkaufen ihren Besitz oder machen Schulden, damit sie Tieropfer oder andere Kulthandlungen bezahlen können, mit denen man verstorbene Verwandte besänftigen will. Andere praktizieren Spiritismus, weil sie glauben, ein Teil des Menschen lebe nach dem Tod weiter und könne mit den Lebenden Kontakt aufnehmen. Wieder andere haben schreckliche Erlebnisse, die sie auf den Einfluss von Geistern Verstorbener zurückführen.
So ging es auch Agboola, der in der Nähe der nigerianischen Grenze wohnt. Er erzählt: „In unserer Gegend ist Spiritismus weitverbreitet. Es ist bei uns üblich, Leichname in einer feierlichen Handlung zu waschen, um sie auf das Geisterreich vorzubereiten. Früher habe ich öfter Seifenreste eingesammelt und mit bestimmten Blättern vermischt. Damit habe ich dann mein Jagdgewehr eingerieben und laut und deutlich gesagt, welches Tier ich erwischen wollte. Das machen bei uns viele so. Oft schien es zu helfen. Auf der anderen Seite war vieles am Spiritismus aber richtig unheimlich.
Als zwei meiner Söhne auf rätselhafte Weise starben, dachte ich, dass mir jemand durch Spiritismus schaden wollte. Ich ging zu einem alten Mann, der für seine magischen Kräfte bekannt war. Er bestätigte meinen Verdacht. Und noch schlimmer: Er sagte, meine Söhne würden in der Geisterwelt darauf warten, ihrem Mörder nach seinem Tod zu dienen. Der alte Mann sagte noch, meinen dritten Sohn würde dasselbe Schicksal erwarten. Ein paar Tage später war er tot.“
Agboola lernte einen Zeugen Jehovas mit Namen John kennen, der aus dem Nachbarland Nigeria kam. John erklärte ihm aus der Bibel, was beim Tod geschieht. Dieses neu gewonnene Wissen machte aus Agboola einen ganz anderen Menschen. Und so erging es schon vielen.
Kain hat Abel getötet Kain fürchtete sich nicht vor der Rache seines toten Bruders

Lebt man nach dem Tod weiter?

Wo bekommt man am ehesten eine Antwort auf diese Frage? Sicher nicht bei irgendeinem Menschen, auch wenn er einen noch so großen Namen hat. Wenn es jemand wissen muss, dann Jehova Gott. Denn er ist der Schöpfer alles Lebens „in den Himmeln und auf der Erde“, ob sichtbar oder unsichtbar (Kolosser 1:16). Er erschuf die Engel für das Leben im Himmel und die Menschen und Tiere für die Erde (Psalm 104:4, 23, 24). Ohne Gott gibt es kein Leben (Offenbarung 4:11). Was erfahren wir aus der Bibel, dem Wort Gottes, über den Tod?
Gott war der Erste, der etwas über den Tod sagte. Er warnte Adam und Eva davor, dass sie sterben würden, wenn sie ihm nicht gehorchten (1. Mose 2:17). Was würde das für sie bedeuten? Jehova erklärte: „Staub bist du, und zum Staub wirst du zurückkehren“ (1. Mose 3:19). Beim Tod setzt der Zerfall des Körpers ein und man kehrt zum Staub zurück. Das Leben hört auf.
Adam und Eva wandten sich ganz bewusst von Gott ab und wurden zum Tod verurteilt. Sie waren aber nicht die Ersten, die starben. Als Erster starb ihr Sohn Abel, der von seinem älteren Bruder Kain umgebracht wurde (1. Mose 4:8). Kain hatte interessanterweise keine Angst, dass ihm sein toter Bruder etwas antun könnte. Er fürchtete sich nur vor der Reaktion der lebenden Menschen (1. Mose 4:10-16).
Viele Jahrhunderte später erfuhr König Herodes von Astrologen, dass in seinem Reich ein gewisser „König der Juden“ geboren worden war. Herodes wollte diesen Rivalen unbedingt ausschalten und ließ daher in Bethlehem alle Kinder unter zwei Jahren umbringen. Ein Engel warnte Joseph rechtzeitig und forderte ihn auf, mit Maria und dem kleinen Jesus nach Ägypten zu fliehen (Matthäus 2:1-16).
Nach dem Tod von Herodes sagte der Engel zu Joseph, er könne ruhig nach Israel zurückkehren. Denn: „Die, die dem kleinen Kind nach der Seele trachteten, sind tot“ (Matthäus 2:19, 20). Der Engel (selbst ein Geist) wusste, dass Jesus von Herodes jetzt nichts mehr zu befürchten hatte. Joseph hatte keine Angst vor dem toten König Herodes, wohl aber vor dessen tyrannischem Sohn Archelaus. Deshalb zog er mit seiner Familie nach Galiläa, wo Archelaus keinen Einfluss hatte (Matthäus 2:22).
An diesen Berichten sieht man, dass die Toten keine Macht haben. Wie lässt sich dann aber das erklären, was Agboola und andere erlebten?

Dämonen oder böse Geister

Als Jesus erwachsen war, begegnete er bösen Geistern. Sie kannten Jesus und redeten ihn mit „Sohn Gottes“ an. Auch Jesus wusste, mit wem er es zu tun hatte. Es waren keine Geister von Verstorbenen, sondern, wie Jesus sagte, Dämonen oder unreine Geister (Matthäus 8:29-31; 10:8; Markus 5:8).
Die Bibel spricht von Geistern, die Gott treu sind, und von Geistern, die sich gegen ihn aufgelehnt haben. Das erste Buch Mose berichtet von der Vertreibung Adams und Evas aus dem Paradies. Jehova stellte danach im Osten vom Garten Eden Cherube — Engel — auf, damit keiner mehr hineinkam (1. Mose 3:24). Das war offensichtlich das erste Mal, dass Geister für Menschen sichtbar wurden.
Einige Zeit später kamen Engel zur Erde und nahmen Menschengestalt an. Jehova hatte sie nicht mit irgendeinem Auftrag hierher geschickt. Sie hatten „ihre eigene rechte Wohnstätte“ im Himmel verlassen (Judas 6). Das taten sie aus rein egoistischen Gründen. Sie nahmen sich Frauen und hatten Kinder mit ihnen. Die Nachkommen waren eine „Kreuzung“, Nephilim genannt. Die Nephilim und ihre Väter, die gegen Gott rebelliert hatten, verbreiteten auf der Erde Angst und Schrecken (1. Mose 6:1-5). Als Reaktion darauf brachte Jehova die Sintflut über die Erde. Bei dieser weltweiten Überschwemmung kamen die Nephilim zusammen mit den schlechten Menschen um. Was wurde aber aus den Engeln?
Die Sintflut zwang sie, in den Himmel zurückzukehren. Doch „ihre ursprüngliche Stellung“ hatten sie verloren (Judas 6). Die Bibel sagt, dass „Gott sich nicht davon zurückhielt, die Engel, die gesündigt hatten, zu bestrafen“, sondern dass er sie „in den Tartarus warf“, sie also „Gruben dichter Finsternis überlieferte, um sie für das Gericht aufzubehalten“ (2. Petrus 2:4).
Der Tartarus ist kein Ort, sondern ein Zustand der Erniedrigung, den man mit einem Gefängnis vergleichen kann. Die verstoßenen Engel sind in ihrer Handlungsfreiheit eingeschränkt und können sich nicht mehr in Menschen verwandeln. Doch sie haben hier auf der Erde immer noch großen Einfluss. Tiere und Menschen können von ihnen besessen sein (Matthäus 12:43-45; Lukas 8:27-33). Eines ihrer Täuschungsmanöver besteht darin, dass sie sich als Geister Verstorbener ausgeben. Zu welchem Zweck? Um Menschen daran zu hindern, Jehova so anzubeten, wie er es möchte, und um falsche Ansichten über den Tod zu verbreiten.

Wie man die Angst überwindet

Agboola fand die biblische Erklärung über den Tod und die Geister einleuchtend. Ihm war auch klar, dass es für ihn noch viel mehr zu lernen gab. John fing mit ihm einen Bibelkurs an. Für Agboola war es ein großer Trost, dass seine Söhne im Grab schliefen und nicht als Geister darauf warteten, ihrem Mörder zu dienen (Johannes 11:11-13).
Agboola Agboola fürchtet sich nicht mehr vor den Toten und hat gelernt, sich vor den Dämonen zu schützen
Agboola erkannte auch, dass er sich ganz und gar vom Spiritismus lossagen musste. Er verbrannte aus seinem Besitz alles, was irgendwie damit zu tun hatte (Apostelgeschichte 19:19). Einige Nachbarn meinten, die Geister würden sich bestimmt dafür rächen. Doch Agboola hatte keine Angst. Er hielt sich an den Rat aus Epheser 6:11, 12: „Legt die vollständige Waffenrüstung Gottes an, . . . denn unser Ringen geht . . . gegen die bösen Geistermächte.“ Zu der Waffenrüstung gehören Wahrheit, Gerechtigkeit, die gute Botschaft des Friedens, Glaube und das Schwert des Geistes, Gottes Wort. Diese Rüstung stammt von Gott und ist äußerst wirkungsvoll.
Jetzt, wo Agboola bei spiritistischen Bräuchen nicht mehr mitmachte, wurde er von einigen Freunden und Verwandten gemieden. Im Königreichssaal der Zeugen Jehovas fand er jedoch neue Freunde, die an das glaubten, was in der Bibel steht.
Agboola weiß nun, dass bald alles Böse von der Erde verschwinden wird. Jehova wird dafür sorgen, dass den Dämonen die Hände gebunden sind. Und eines Tages wird er sie vernichten (Offenbarung 20:1, 210). Hier auf der Erde wird Gott alle, die in seinem Gedächtnis sind, auferwecken (Johannes 5:28, 29). Dann werden Abel, die von König Herodes ermordeten Kinder und Millionen andere wieder zum Leben zurückkehren. Agboola ist davon überzeugt, dass auch seine drei Söhne dabei sein werden. Alle, die dann leben, dürfen darauf hoffen, ihre Lieben wiederzusehen. Die Auferstandenen werden bestätigen, dass sie von ihrem Tod bis zu ihrer Auferweckung ohne Bewusstsein waren und nichts von irgendwelchen Kulthandlungen mitbekommen haben.
Man braucht also keine Angst vor den Toten zu haben. Im Gegenteil: Man kann sich darauf freuen, mit seinen verstorbenen Angehörigen wieder vereint zu werden. Diese feste Überzeugung gewinnt man, wenn man die Bibel kennenlernt und mit Menschen zusammenkommt, die an Gottes Wort glauben. Vom Spiritismus dagegen sollte man unbedingt die Finger lassen. Der beste Schutz vor den Dämonen ist „die vollständige Waffenrüstung Gottes“ (Epheser 6:11). An diesen Schutz kommt man durch ein besseres Verständnis der Bibel. Jehovas Zeugen bieten kostenlose Bibelkurse an, die in der eigenen Wohnung stattfinden können. Grundlage ist das Buch Was lehrt die Bibel wirklich?*.
Agboola fürchtet sich nicht mehr vor den Toten und hat gelernt, sich vor den Dämonen zu schützen. Er sagt: „Ich weiß nicht, wer am Tod meiner drei Söhne schuld ist. Aber seit ich Jehova diene, habe ich noch sieben weitere Kinder bekommen und kein böser Geist hat ihnen etwas antun können.“

 

Kann man von den Toten Hilfe erwarten?

Kann man von den Toten Hilfe erwarten?

IN Westafrika bereitet sich Tamba auf eine Prüfung in der Schule vor.* Seine Mutter besteht darauf, dass er für die Prüfung die Unterstützung seiner toten Verwandten braucht. In Palermo (Sizilien) kann man Katakomben besichtigen, in denen Hunderte sorgfältig konservierte Leichname ausgestellt sind. Manche Leute versprechen sich von den Mumien in irgendeiner Form göttlichen Schutz. In Lily Dale, einer Stadt im Westen des US-Bundesstaats New York, wohnen außergewöhnlich viele spiritistische Medien. Jahr für Jahr kommen Besucher in der Hoffnung, mit verstorbenen Verwandten oder Freunden Kontakt aufzunehmen und Beistand von ihnen zu erhalten.
Wie man sieht, hält sich überall die Vorstellung, die Toten könnten etwas für die Lebenden tun. Womöglich sind ja auch Sie von klein auf damit vertraut oder haben jemand in ihrem Verwandten- oder Freundeskreis, dem diese Vorstellung lieb und teuer ist. Hat man jemand verloren, dann ist es nur natürlich, dass man sich nach ihm sehnt. Spiritistische Medien versprechen da Hilfe. In der Zeitschrift Time wurde ein Medium mit den Worten zitiert, die Geisterwelt sei „jederzeit erreichbar, wenn jemand um Hilfe ruft“. Stimmt das? Kann man von den Toten tatsächlich Hilfe erwarten? Dazu macht die Bibel eine eindeutige Aussage — die für den einen oder anderen vielleicht völlig neu ist.

Leben die Toten noch irgendwo?

Die Heilige Schrift erklärt in einfacher, leicht verständlicher Sprache, was es heißt, tot zu sein. In Prediger 9:5 steht: „Die Lebenden sind sich bewusst, dass sie sterben werden; was aber die Toten betrifft, sie sind sich nicht des Geringsten bewusst.“ Haben Tote eventuell noch Empfindungen? Dazu Vers 6: „Ihre Liebe und ihr Hass und ihre Eifersucht sind bereits vergangen, und sie haben auf unabsehbare Zeit keinen Anteil mehr an irgendetwas, was unter der Sonne zu tun ist.“ Und weiter in Vers 10: „Es gibt weder Wirken noch Planen noch Erkenntnis noch Weisheit in dem Scheol, dem Ort, wohin du gehst.“ Das Wort „Scheol“ stammt aus dem Hebräischen und steht für einen sinnbildlichen Ort, an den die Menschen kommen, wenn sie sterben. Das entsprechende griechische Wort — „Hades“ — wird interessanterweise gebraucht, um zu zeigen, wo sich Jesus Christus nach seinem Tod eine Zeit lang befand (Apostelgeschichte 2:31).
Hat man einen lieben Menschen verloren, dann ist es nur natürlich, dass man sich nach ihm sehnt
Bekanntlich hat Jesus viel Gutes getan. Er wusste aber auch, dass er sterben müsste. Rechnete er damit, als Toter im Grab weiter etwas für die Menschen tun zu können? Nein. Seinen bevorstehenden Tod setzte er mit einer Nachtruhe gleich, in der man nichts tun kann (Johannes 9:4). Jesus wusste ganz genau, dass Menschen, die nicht mehr leben, „kraftlos im Tode“ sind (Jesaja 26:14).
Er benutzte auch einen Vergleich, der in dieselbe Richtung geht. Als sein Freund Lazarus starb, verglich Jesus den Tod mit dem Schlaf (Johannes 11:11-13). Von jemand, der schläft, würde niemand Hilfe erwarten. Wer schläft, bekommt nichts mit und kann daher nichts für andere tun.

Lebt die Seele weiter?

Vielen wurde beigebracht, die Seele sei ein substanzloser Teil des Menschen, der nach dem Tod weiterlebt. Die Bibel lehrt da etwas anderes. Gleich im ersten Bibelbuch wird erklärt, worum es sich bei der Seele handelt. In 1. Mose 2:7 heißt es über die Erschaffung des ersten Menschen: „Der Mensch wurde eine lebende Seele.“ Als Seele wird der ganze Mensch bezeichnet. Tiere sind ebenfalls Seelen (1. Mose 1:20-25). Stirbt also ein Mensch oder ein Tier, dann stirbt logischerweise die Seele. Genau das sagt auch die Bibel (Hesekiel 18:4).
An dieser Stelle denkt jetzt der eine oder andere womöglich: „Aber es gibt doch so viele Berichte von Leuten, die mit Toten Verbindung aufgenommen haben, die ihre Stimme gehört oder sie sogar gesehen haben!“ Solche Berichte sind in etlichen Ländern keine Seltenheit. Sie lassen trauernde Verwandte oder Freunde wieder hoffen. Und manche suchen dann ein spiritistisches Medium auf in dem Glauben, es könne für sie den Kontakt zu dem Verstorbenen herstellen.
Was ist nun von derartigen Berichten zu halten? Angenommen, sie würden stimmen. Dann würden die Aussagen der Bibel über den Tod nicht stimmen. Christus Jesus jedoch sagte, dass Gottes Wort wahr ist (Johannes 17:17). Und die Wahrheit widerspricht sich nicht. Im Übrigen zeigt die Bibel deutlich, wie die Behauptung, die Toten könnten den Lebenden helfen, einzuordnen ist. Sie erzählt von jemand, der sich um Hilfe von den Toten bemühte. Wenn man diesen Bericht sorgfältig liest, wird einem vieles klar.

Ein König, der sich Hilfe von Toten versprach

Im Norden Israels stand gerade eine Schlacht bevor. König Saul und seine Streitkräfte sahen sich einem furchterregenden Philisterheer gegenüber. Als Saul das Lager der Philister erblickte, begann „sein Herz . . . sehr zu zittern“. Damals hatte der König dem wahren Gott bereits den Rücken gekehrt. Demzufolge hatte Jehova Sauls Bitten mit Schweigen quittiert. An wen würde sich Saul nun wenden? Samuel, der Prophet Gottes, war schon tot (1. Samuel 28:3, 5, 6).
Auf der Suche nach Hilfe ging Saul zu einem Medium in En-Dor. Er bat das Medium: „Bring mir Samuel herauf.“ Daraufhin hatte das Medium eine Erscheinung. Dieser „Samuel“ eröffnete Saul, dass die Philister siegen und er selbst und seine Söhne in der Schlacht fallen würden (1. Samuel 28:7-19). War hier wirklich der tote Samuel erschienen?
Ein Geistermedium Kam der tote Prophet Samuel zurück, um mit Saul zu sprechen?
Dabei muss man Folgendes berücksichtigen: In der Bibel wird von einem Menschen, der stirbt, gesagt: „Er kehrt zurück zu seinem Erdboden“, und seine Gedanken würden „vergehen“ (Psalm 146:4). Außerdem wussten Samuel und auch Saul, dass Gott den Kontakt zu spiritistischen Medien verurteilte. Schließlich hatte Saul zuvor sogar veranlasst, dass das Land vom Spiritismus gesäubert wurde (3. Mose 19:31).
Und noch etwas: Hätte der treue Samuel, sofern er als Geist am Leben gewesen wäre, sich darauf eingelassen, wegen Saul mit einem Medium gemeinsame Sache zu machen und so das Gesetz Gottes zu brechen? Jehova hatte es abgelehnt, mit Saul zu sprechen. Konnte ein Medium den Allmächtigen nun sozusagen zwingen, Saul durch den toten Samuel zu antworten? Völlig undenkbar! Dieser „Samuel“ hatte mit dem echten Samuel, dem treuen Propheten Gottes, absolut nichts zu tun. Es handelte sich vielmehr um einen Geist, einen bösen Dämon, der sich für den toten Samuel ausgab.
Dämonen sind ehemalige Engel, die sich früh in der Geschichte der Menschheit gegen Gottes Autorität aufgelehnt haben (1. Mose 6:1-4; Judas 6). Die Dämonen beobachten gut. Sie wissen genau, wie jeder einzelne Mensch gesprochen, ausgesehen und sich verhalten hat. Dämonen wollen die Bibel mit allen Mitteln unglaubwürdig machen. Nicht umsonst spricht sich die Bibel vehement gegen jeden Kontakt mit solchen bösen Mächten aus (5. Mose 18:10-12). Auch heute noch sind diese bösen Geister aktiv.
Wird dadurch nicht klar, warum so viele erzählen, dass ihnen verstorbene Angehörige erschienen sind — dass sie diese „gehört“ oder „gesehen“ haben? Solche Erscheinungen kommen mitunter zwar nett und hilfsbereit daher, doch die bösen Mächte dahinter sind schlicht auf Betrug aus (Epheser 6:12).# Und noch eine Überlegung: Jehova ist ein Gott der Liebe und wir liegen ihm am Herzen. Wenn die Toten irgendwo leben würden und ihren Verwandten und Freunden helfen könnten, würde uns unser liebevoller Schöpfer dann den Kontakt zu ihnen verwehren, ja das sogar als „verabscheuungswürdig“ bezeichnen? Mit Sicherheit nicht! (1. Petrus 5:7). Aber woher kann man sonst verlässliche Hilfe erwarten?

Verlässliche Hilfe — und das nicht nur für die Lebenden

Bis hierher kann man also festhalten: Die Toten besitzen keinerlei Macht und können folglich auch nichts für uns tun. Tote um Hilfe zu bitten, ist aber nicht nur sinnlos, sondern sogar extrem gefährlich, denn dadurch würde man Gottes Gesetz übertreten und riskieren, von Dämonen beeinflusst zu werden.
Die Bibel macht uns mit der besten Hilfe überhaupt bekannt: mit unserem Schöpfer Jehova, der uns sogar vom Tod befreien kann (Psalm 33:19, 20). Er ist jederzeit für uns erreichbar. Und anders als spiritistische Medien weckt er keine falschen Hoffnungen — was er sagt, stimmt immer.
Tamba, der junge Westafrikaner, hat selbst erlebt, wie falsch die Erwartungen sind, die von einem Medium geweckt werden, und wie zuverlässig die Hoffnung ist, die Jehova anbietet. Die Geistermedien hatten behauptet, er würde bei der Schulprüfung durchfallen, wenn er seinen verstorbenen Ahnen kein Opfer bringt. Weil Tamba mithilfe von Jehovas Zeugen die Bibel kennenlernte, wusste er bereits, was tot sein bedeutet, und auch, dass hinter den „Verstorbenen“ in Wirklichkeit böse Mächte stecken. Obwohl seine Mutter unbedingt wollte, dass er ein Medium einschaltet, machte Tamba genau das nicht. Er versicherte seiner Mutter: „Klappt es mit der Prüfung nicht, dann strenge ich mich eben nächstes Jahr noch mehr an.“
Wie es ausging? Tamba schnitt als Bester ab! Seine Mutter war verblüfft und glaubte von da an nicht mehr an Geistermedien. Sie verlor auch nie wieder ein Wort darüber, Verstorbenen etwas zu opfern. Wie Tamba aus der Bibel lernte, rät Jehova, die Finger davonzulassen, „sich an Tote zugunsten Lebender [zu] wenden“ (Jesaja 8:19). Durch sein Bibelstudium war sich Tamba ganz sicher, dass er dann Erfolg hätte, wenn er Gottes Gesetze lieben und schätzen würde (Psalm 1:1-3).
Doch wie steht es nun mit den Menschen, die wir durch den Tod verloren haben? Ist ihre Lage aussichtslos? Jehova hilft nicht nur den Lebenden, er hat auch versprochen, etwas für die zu tun, die im Grab sind. Nachdem der Prophet Jesaja die Hilflosigkeit der Toten beschrieben hatte, machte er eine vielversprechende Ankündigung: „Deine Toten werden leben. . . . Erwachet und jubelt, ihr Staubbewohner!“ (Jesaja 26:19). Ja, „die im Tode Kraftlosen“ werden wieder leben.
Das muss man sich einmal vorstellen: All den Milliarden von Menschen, die hilflos im Grab ruhen, wird das Leben wieder geschenkt! Die Bibel verrät, dass sich Jehova sogar danach „sehnt“ (Hiob 14:14, 15). Klingt das zu schön, um wahr zu sein? Jesus Christus war davon so fest überzeugt, dass er sagte, die Toten würden in Gottes Augen bereits leben (Lukas 20:37, 38).
Möchten Sie das auch gern glauben können?% Dann lernen Sie doch die Bibel noch genauer kennen. Mit zunehmendem Bibelwissen wird Ihre Überzeugung immer fester werden, dass Jehova etwas für Lebende und Tote gleichermaßen tun kann und dass seine Versprechungen „zuverlässig und wahr“ sind (Offenbarung 21:4, 5).